Bund übernimmt niedersächsische Autobahnen zum Jahreswechsel - Neuorganisation darf Bauprojekte nicht verzögern

Zum Jahreswechsel 2020/2021 wird die Autobahn GmbH des Bundes auch in Niedersachsen für Planung, Bau und Betrieb von Autobahnen verantwortlich sein. Hunderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr (NLStBV) werden dann zur neuen Autobahngesellschaft gewechselt sein. In der Verantwortung des Landes bleiben die Bundesstraßen.
Die IHK Niedersachsen (IHKN) wünscht sich, dass es durch die Neuorganisation zu keinen Verzögerungen bei wichtigen Baumaßnahmen kommen darf. "Vordringliche Projekte wie die A 20 und die A 39, bei denen die Planungen bereits sehr weit fortgeschritten sind, dürfen in der Umsetzung nicht zurückgeworfen werden“, sagt Hendrik Schmitt, IHKN-Hauptgeschäftsführer. An die gute Arbeit der Landestraßenbaubehörde müsse die Autobahn GmbH nahtlos anknüpfen, so Schmitt weiter. Dies sei umso wichtiger, da im kommenden Jahr turnusmäßig auch die Überprüfung der Bedarfspläne des Bundesverkehrswegeplans anstehe. „Vordringliche Projekte müssen auch weiterhin vordringlich umgesetzt werden“, appelliert Schmitt. 
Dauerbrenner bleiben für die niedersächsische Wirtschaft die Themen Verkehrsstau und Baustellenmanagement. Laut der Niedersächsischen Verkehrsmanagementzentrale in Hannover reichten im vergangenen Jahr mit rund 16.000 km die Staus auf niedersächsischen Straßen von Niedersachsen bis nach Australien. Als ein besonders positives Beispiel für Baustellenabwicklung nennt die IHKN hingegen die Erneuerung eines Fahrbahnteilstückes auf der A 2 bei Hannover Ende Mai dieses Jahres. Diese sogenannte Turbo-Baustelle wurde in nur 88 Stunden abgeschlossen.
"Natürlich, lässt sich dieses Beispiel nicht eins zu eins auf andere Baustellen übertragen“, erklärt Felix Jahn, Sprecher Verkehr der IHK Niedersachsen. "Es zeigt aber, welche Potentiale vorhanden sind, um Baumaßnahmen so zu beschleunigen, dass Straßennutzer und die Umwelt durch Staus geringer beeinträchtigt werden", so Jahn weiter.
Die IHK Niedersachsen nennt in ihrem aktuellen Fokus Niedersachsen „Straßeninfrastrukturentwicklung und Baustellenmanagement“ weitere Handlungsansätze für einen verbesserten Verkehrsfluss in Niedersachsen, der unter diesem Link als Blätterjournal bereit steht.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, IHK für Ostfriesland und Papenburg sowie IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. Sie vertritt rund 495.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
*Hannover, 28.8.2020*