Kleine Märkte, große Wirkung: Digitale Supermärkte gegen Versorgungsdefizite

IHKN veröffentlicht Impulspapier „Smart Stores: Innovative Nahversorgung in Niedersachsen“

Hannover, 06.02.2026
Digitale Kleinstsupermärkte, Smart Stores genannt, entwickeln sich in Niedersachsen zunehmend zu einem Problemlöser für mangelnde Nahversorgung – besonders dort, wo klassische Supermärkte längst verschwunden sind oder wegen zu geringer Einwohnerzahlen nicht wirtschaftlich betrieben werden können. Im November 2025 hatte die IHK Niedersachsen (IHKN) Vertreterinnen und Vertreter von Politik, Verwaltung und aus der Praxis zu einem Smart Stores-Fachgespräch eingeladen. Die dort diskutierten Erfahrungen und Herausforderungen bündelt nun das IHKN-Impulspapier „Smart Stores: Innovative Nahversorgung in Niedersachen“.
Rund 90 digitale Kleinstsupermärkte gibt es nach Informationen der IHKN bereits in Niedersachsen. Sie schließen gezielt Versorgungslücken im ländlichen Raum, ergänzen die klassischen Hof- und Dorfläden, stärken das soziale Umfeld und ermöglichen zeitgemäßes Einkaufen – flexibel, wohnortnah und rund um die Uhr.
„Smart Stores sind mehr als nur Mini-Supermärkte und keinesfalls ein vorübergehender Trend. Sie sind inzwischen ein ernstzunehmendes Instrument der Daseinsvorsorge“, sagt IHKN-Hauptgeschäftsführerin Monika Scherf. „Diese innovativen Handelskonzepte verbinden digitale Technologien mit realen Bedürfnissen und geben Menschen in unterversorgten Regionen eine konkrete Perspektive.“
Charakteristisch für die niedersächsischen Konzepte sind Verkaufsflächen von bis zu 500 Quadratmetern, ein minimaler Personaleinsatz und vollautomatisierte Abläufe. Immer mehr Standorte gehen dabei bewusst über den reinen Lebensmitteleinkauf hinaus: Bankautomaten, Postservices oder sogar telemedizinische Angebote machen Smart Stores zu multifunktionalen Anlaufstellen im Ort. „Damit leisten sie einen messbaren Beitrag zu gleichwertigen Lebensverhältnissen, auch jenseits der Ballungsräume“, betont Monika Scherf.
Rechtlich bewegen sich Smart Stores jedoch weiterhin in einem bundesweiten Flickenteppich: In fünf Bundesländern existieren bereits spezifische gesetzliche Regelungen, in weiteren laufen politische Debatten. Auch in Niedersachsen wird derzeit über einen Gesetzentwurf diskutiert, insbesondere im Hinblick auf die Sonntagsöffnung. „Für viele Smart Stores ist der Sonntag kein Randthema, sondern wirtschaftlich entscheidend“, betont IHKN-Handelssprecherin Kathrin Wiellowicz. „Bis zu 30 Prozent des Umsatzes werden an diesem Tag erzielt. Zu enge oder unklare Vorgaben gefährden damit genau die Versorgungsangebote, die unsere ländlichen Räume dringend brauchen.“
Die IHK Niedersachsen appelliert daher an die Landesregierung, schnell klare, praxistaugliche und unbürokratische Regeln für Smart Stores zu schaffen. „Verlässliche Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung dafür, dass diese Konzepte dauerhaft funktionieren und ländliche Regionen stärken können“, so Wiellowicz.
Das IHKN-Impulspapier „Smart Stores: Innovative Nahversorgung in Niedersachsen“ ist unter www.ihk-n.de/Smart_Stores ab sofort auf der Website der IHK Niedersachsen abrufbar.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Elbe-Weser, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie IHK für Ostfriesland und Papenburg. Sie vertritt mehr als 530.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.