Digitalisierung der niedersächsischen Wirtschaft stagniert

IHK Niedersachsen fordert Entlastungen und gezielte Förderung

Hannover, 28.01.2026
Die Digitalisierung der niedersächsischen Wirtschaft zeigt im Jahr 2025 eine Seitwärtsbewegung: 33 Prozent der Unternehmen bewerten ihren eigenen Digitalisierungsgrad auf einer Skala von 1 bis 6 („voll entwickelt“ bis „wenig entwickelt“) mit einer 2 (2024: 31 Prozent). Weitere 36 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Digitalisierung mit einer 3 (2024: 43 Prozent). Die Anteile der Bewertungen mit einer 4 oder 5 sind im Jahr 2025 auf 23 Prozent angestiegen (2024: 20 Prozent). Damit stagniert die Digitalisierung der Unternehmen nach zuletzt erfreulichen Entwicklungen in den Vorjahren. Das ergibt sich aus der jährlichen IHK-Digitalisierungsumfrage, an der zum Jahresende 2025 insgesamt 487 niedersächsische Unternehmen teilgenommen haben (bundesweit 4.686 Unternehmen).
IHKN-Hauptgeschäftsführerin Monika Scherf stellt angesichts der aktuellen Zahlen fest: „Die Digitalisierung der Niedersächsischen Wirtschaft ist ins Stocken geraten. Hauptgründe dafür sind Komplexität und Zeit, rechtliche Unsicherheiten und eine konjunkturell bedingte geringe Investitionsneigung in Zukunftstechnologien. Bund und Land müssen hier durch klare Rahmenbedingungen, gezielte Entlastung und passgenaue Förderung unterstützen.“
Laut Einschätzung der niedersächsischen Unternehmen macht die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung kleine Fortschritte auf niedrigem Niveau. 20 Prozent der Unternehmen vergeben die Note 3 (2024: 18 Prozent), weitere 34 Prozent vergeben die Note 4 (2024: 27 Prozent). Der Anteil der mit einer 5 benoteten Stimmen sank hingegen auf weiterhin hohe 29 Prozent (2024: 37 Prozent). Gleichzeitig konnte sich der Stimmenanteil der Note 2 nur geringfügig auf vier Prozent (2024: zwei Prozent) verbessern.
IHKN-Sprecher Digitalisierung Michael Wilkens betont: „Mit dem Amtsantritt von Olaf Lies als Ministerpräsident und der Umstrukturierung des Bereiches Digitalisierung konzentriert die Landesregierung die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung im Innenministerium. Dieser Fokus ist wichtig und muss sich nun zeitnah auszahlen.“ Die IHK Niedersachsen fordert in diesem Zusammenhang eine Stärkung der Rolle des Landes Niedersachsen, um durch eine koordinierende und unterstützende Funktion die notwendige Infrastruktur für flächendeckende Lösungen im Land zu schaffen. „Land und Kommunen brauchen eine mit dem Bund abgestimmte Strategie und Rollenverteilung, damit unsere Unternehmen im ganzen Land von digitalen Services der Verwaltung profitieren können. Einzelne digitale Inseln helfen da wenig weiter,” betont Wilkens.
Fragt man die Betriebe nach den Hauptgründen für Digitalisierung, nennen sie auch im Jahr 2025 Qualitätsverbesserung (67 Prozent), Kosteneinsparungen (66 Prozent) und Flexibilisierung des Arbeitens (62 Prozent). Zu den wichtigsten Herausforderungen der Digitalisierung gehören die notwendige Zeit (62 Prozent), dicht gefolgt von der Komplexität (55 Prozent) und dem notwendigen Geld für Investitionen (39 Prozent). Ein wichtiger Faktor ist auch die Akzeptanz und der Weiterbildungsbedarf im Unternehmen (38 Prozent).
Die Deutschlandergebnisse der aktuellen IHK-Digitalisierungsumfrage finden Sie unter diesem Link.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Elbe-Weser, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie IHK für Ostfriesland und Papenburg. Sie vertritt mehr als 530.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.