Unternehmen planen Ausbildungsplätze auf Vorjahresniveau, sehen aber weiteren Handlungsbedarf bei digitalen Berufsschulangeboten

Die Ausbildungsunternehmen in IHK-Berufen planen ihre Ausbildung hochgerechnet auf Vorjahresniveau (+0,4 %). Das ist das zentrale Ergebnis der Ausbildungsumfrage der IHK Niedersachsen (IHKN), an der sich vom 25. Januar bis 3. Februar rund 2.200 niedersächsische Ausbildungsbetriebe beteiligt haben. “Das ist ein erfreuliches Ergebnis, das uns zeigt, dass die Unternehmen trotz der Pandemie an ihrem Ausbildungsengagement festhalten”, kommentiert Maike Bielfeldt, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN) die Ergebnisse der aktuellen Ausbildungsumfrage.
In der IHKN-Umfrage wurde auch zur Digitalisierung des Berufsschulangebots und den aktuellen Herausforderungen gefragt: Die Hälfte der Unternehmen berichtet, dass der Berufsschulunterricht für ihre Auszubildenden zu mehr als 75 Prozent digital stattfindet; nur drei Prozent meldeten zurück, dass keinerlei digitale Angebote realisiert würden. 
Die Ergebnisse der Umfrage zeigen zudem, wie die Unternehmen die digitalen Angebote ihrer dualen Partner, der Berufsschulen, einschätzen. Dazu wurden die Unternehmen gebeten, verschiedene Aspekte auf einer Skala von 1 (sehr gut) bis 5 (mangelhaft) zu bewerten. Ergebnis: Bereitstellung von Lernplattformen und Blended-Learning-Angeboten liegt im Mittel bei 3,0; die Umsetzung des digitalen Unterrichts durch die Lehrkräfte erreicht im Durchschnitt eine 3,1 und die Qualität der digitalen Lernmaterialien und des Distanzunterrichts liegt bei 3,2.
„Angesichts der aktuellen Herausforderungen ist dieses Ergebnis anständig. Gleichzeitig zeigt es, dass mit Blick auf den generellen Aufholbedarf in der digitalen Bildung noch viel zu tun ist. Die weitere Verbesserung der technischen Ausstattung, des Angebots an digitalen Lehrmaterialien sowie der Qualifikation der Lehrkräfte muss aber ganz oben auf der Agenda bleiben“, kommentiert Bielfeldt. Deutlicher Nachholbedarf besteht bei der Kommunikation zwischen Berufsschulen und Betrieben: Über die Hälfte der Betrieb bewertet die Kommunikation zwischen Berufsschule und Betrieb mit 3 oder schlechter. Jeder 5. vergibt sogar ein mangelhaft. „Viele unserer Betriebe wünschen sich mehr Kontakt zu den Berufsschulen. Hierfür müssen die nötigen Zeitfenster reserviert werden“, so die IHKN-Hauptgeschäftsführerin.
Zu den Herausforderungen bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen im laufenden Jahr nennen die Betriebe vor allem den fehlenden Zugang zu Bewerbern (42 Prozent) und mangelnde Berufsorientierung (40 Prozent) als wichtigste Faktoren.  „Wir begrüßen, dass das Kultusministerium und die Ausbildungspartner gerade mit Hochdruck an der Vernetzung und Erweiterung der bestehenden digitalen Berufsorientierungsangebote arbeiten. Aus der Erfahrung des letzten Jahres, in dem viel ausgefallen ist, wissen wir, dass das Ausgefallene nicht nachzuholen ist. Es kommt jetzt also entscheidend darauf an, das Tempo hoch zu halten und entsprechende Angebote noch zahlreicher auf den Markt bringen“, erklärt Maike Bielfeldt.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, IHK für Ostfriesland und Papenburg sowie IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. Sie vertritt rund 495.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
*Hannover, 10.2.2021*