Wirtschaftsschutz und IHK Niedersachsen

Wichtige Informationen zur Zusammenarbeit und der Partnerschaft

 

Vor 17 Jahren wurde beim Niedersächsischen Verfassungsschutz aus der Spionageabwehr heraus der Arbeitsbereich Wirtschaftsschutz geschaffen. Er versteht sich als präventiver Bereich der Spionageabwehr. Der Wirtschaftsschutz hat sich zu einem Partner für die Wirtschaft entwickelt. Das Beratungsangebot zu den Themen Wirtschafts- und Industriespionage, Cybersicherheit, Know-how-Schutz, Sicherheit in der Informations- und Kommunikationstechnologie, Geheimschutz in der Wirtschaft, Sicherheit auf Geschäftsreisen im Ausland, Innentäterproblematik und Social Engineering wird stark nachgefragt. Die Wirtschaftsschutzmaßnahmen sind auf innovative und technologieorientierte Unternehmen ausgerichtet. Der Großteil der Zielgruppe gehört dabei zum Mittelstand. Die Ideen, die Entwicklungen, das Wissen und die Produkte aus diesem Wirtschaftsbereich sind mittragende Säulen unserer Volkswirtschaft und damit interessante Zielobjekte für fremde Nachrichtendienste.
Der Wirtschaftsschutz ist in der niedersächsischen Wirtschaft gut etabliert und als Dienstleister von den Unternehmen anerkannt. Zurzeit betreut der Wirtschaftsschutz rund 1000 niedersächsische Unternehmen und führte im Jahr 2017 über 80 Beratungsgespräche vor Ort in den Firmen durch. Die bekannteste Veranstaltung des Wirtschaftsschutzes ist die Wirtschaftsschutztagung, die seit vier Jahren gemeinsam mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsministerium veranstaltet wird. Im Jahr 2017 kamen ca. 300 Teilnehmer zu dieser Veranstaltung. Zudem waren die Mitarbeiter des Verfassungsschutzes zu 150 Vorträge in größeren Unternehmen, Verbänden und Einrichtungen und nahmen 129 Kontakte mit anderen sicherheitsrelevanten Einrichtungen im Rahmen der Netzwerkarbeit wahr.
Der Wirtschaftsschutz verfolgt das Ziel, gemeinsam mit den Industrie- und Handelskammern, die niedersächsische Wirtschaft vor Know-how-Verlusten und Cyberattacken zu schützen sowie insbesondere Wirtschaftsspionage aufzuklären und abzuwehren.
  • Beratungen und Vorträge sind kostenlos; Hilfestellungen und Zusammenarbeit bei Sicherheitsvorfällen werden angeboten.
  • Der Verfassungsschutz ist keine Strafverfolgungsbehörde; eine absolut vertrauliche Zusammenarbeit mit den Akteuren kann gewährleistet werden.
  • Ein Profil des Wirtschaftsschutzes finden Sie hier.
Netzwerkarbeit des Wirtschaftsschutzes
Die Netzwerkarbeit ist ein wesentliches Element bei den Aktivitäten des Wirtschaftsschutzes. Ein wichtiger Partner sind dabei die Industrie- u. Handelskammern in Niedersachsen. Deutlich wird dies auch in den hochaktuellen Themenfeldern Cybersecurity, Digitalisierung und Industrie 4.0: Hier ist mit den Partnern Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0, den niedersächsischen Hochschulen, dem Ausschuss Cybersecurity von Hannover IT e. V., der Expertengruppe Indy4, dem N-CERT, der Zentralen Ansprechstelle Cybercrime Landeskriminalamt Niedersachsen und den Industrie- u. Handelskammern eine fruchtbare Kooperationsebene entstanden.

Sicherheitspartnerschaft gegen Wirtschaftskriminalität

Eine wesentliche Basis für die Zusammenarbeit zwischen den Industrie- u. Handelskammern und dem Wirtschaftsschutz besteht in der am 6.11.2000 gegründeten Sicherheitspartnerschaft gegen Wirtschaftskriminalität in Niedersachsen, die mit den Vertragspartnern IHK Niedersachsen, Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e. V., Vereinigung der Handwerkskammern Niedersachsen und dem Land Niedersachsen fortbesteht.
Die konkrete Zusammenarbeit zwischen den Industrie- u. Handelskammern und dem Wirtschaftsschutz zeigt sich mit jährlich mehrfachen und wiederholten Vorträgen des Wirtschaftsschutzes bei allen niedersächsischen Kammern zu den Themen Informations- und Cybersicherheit. Darüber hinaus trat der Wirtschaftsschutz mit Beiträgen für Kammerzeitschriften diverser Industrie- u. Handelskammern in Erscheinung.
Bei der IHK Hannover ist der Wirtschaftsschutz ständiges Mitglied im Außenwirtschaftsausschuss, in den Gesprächskreisen China sowie Naher/Mittlerer Osten und in der AG „Digitale Sicherheit“. Zudem gab es eine Mitwirkung bei einem USA-Workshop.
Ständige Mitgliedschaft besteht auch im IHK-Netzwerk „Unternehmenssicherheit“ der IHK Osnabrück.

Erfolgreiche Zusammenarbeit 2017

2017 gab es eine besondere Form der Zusammenarbeit mit der IHK Hannover bei der Unterstützung von Unternehmen in Fällen von sogenanntem CEO-Fraud bzw. Fake-Boss-Angriffen. Angreifer hatten per E-Mail mit einem Unternehmen Kontakt aufgenommen und dabei vorgetäuscht, die E-Mail sei vom Vorstand des Unternehmens. Nach einem kurzen Schriftwechsel, bei dem auch ein gefälschtes Zertifikat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) im Spiel war, wurde ein Mitarbeiter dazu verleitet, knapp 500.000 Euro auf ein chinesisches Bankkonto zu überweisen. Der Betrug fiel am Folgetag auf. In einer Interaktion zwischen Polizei, IHK Hannover und Wirtschaftsschutz konnte der Geldbetrag zurückgebucht werden. In der Folge gab es Warnhinweise in der Presse und einen Fernsehbeitrag im NDR „Hallo Niedersachsen“.