Resilienz – gerade jetzt wichtig für kleine und mittlere Unternehmen

IHKN veröffentlicht KMU-Vorsorgeplan

Hannover, 25. März 2026
Energie- und Rohstoffengpässe, Cyberangriffe, Störungen von Lieferketten oder Extremwetterereignisse können Betriebe auch in Niedersachsen kurzfristig treffen – vom kleinen Familienunternehmen bis zum Mittelständler. Der KMU-Vorsorgeplan der IHK Niedersachsen (IHKN) mit dem Titel „Krisen, Katastrophen, Konflikte: Wie Sie Ihr Unternehmen in unsicheren Zeiten schützen“ unterstützt in Form einer kompakten Arbeitshilfe genau diese Unternehmen dabei, Risiken strukturiert zu bewerten, Prioritäten zu setzen und ihre Handlungsfähigkeit im Ernstfall abzusichern.
Krisenvorsorge ist ein Standortfaktor. Resiliente Betriebe stabilisieren Wertschöpfungsketten, sichern Beschäftigung und tragen zur Funktionsfähigkeit zentraler Infrastrukturen bei. „Resilienz ist Teil der zivilen Vorsorge und der Gesamtverteidigung. Unternehmen können viel leisten – aber sie brauchen verlässliche, praxistaugliche Rahmenbedingungen, damit Vorsorge im Alltag gelingt“, erklärt Gerhard Oppermann, Präsident der IHK Niedersachsen (IHKN).
Aus Sicht der IHKN müssen dafür konsequent Bürokratie abgebaut sowie Planungs- und Genehmigungsverfahren beschleunigt werden – insbesondere für verteidigungs- und sicherheitsrelevante Infrastruktur. Dazu gehören die zügige Modernisierung von Brücken, Tunneln und Verkehrswegen, resiliente Energie- und Datennetze sowie verlässliche Flächen- und Nutzungssicherheit für Häfen, Bahn- und Gewerbeflächen. Zudem sollten sensible Vorhaben so geplant werden, dass Spionage- und Sabotagerisiken durch unnötig öffentliche Detailinformationen minimiert werden.
„Krisenfestigkeit ist kein Sonderprojekt,“, ergänzt Reinhard Hegewald, IHKN-Sprecher Sicherheit und Verteidigung, „sondern Teil guter Unternehmensführung. Der KMU-Krisenvorsorgeplan übersetzt Vorsorge in klare, machbare Schritte – damit Betriebe nicht erst im Ereignisfall improvisieren müssen.“
Der KMU-Krisenvorsorgeplan führt Schritt für Schritt durch die wesentlichen Bausteine moderner Krisen- und Notfallplanung: Unternehmen identifizieren kritische Prozesse und Ressourcen, legen Verantwortlichkeiten und Vertretungen fest, definieren Entscheidungs- und Eskalationswege und bereiten die Notfallkommunikation vor. Ergänzend helfen Szenarioarbeit und Stresstests, Schwachstellen frühzeitig sichtbar zu machen. Checklisten und Vorlagen erleichtern die Umsetzung. Ziel ist, Ausfallzeiten zu verkürzen, Folgeschäden zu begrenzen und schneller in einen stabilen Betriebsmodus zurückzukehren.
Der KMU-Vorsorgeplan „Krisen, Katastrophen, Konflikte: Wie Sie Ihr Unternehmen in unsicheren Zeiten schützen“ richtet sich ausdrücklich an kleine und mittlere Unternehmen, ist aber auch für größere Betriebe als strukturierender „Check“ geeignet. Er wurde gemeinsam von der Handelskammer Hamburg und dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) entwickelt und wird von der IHKN für Niedersachsen unter www.ihk-n.de/KMU_Krisenvorsorge bereitgestellt.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Elbe-Weser, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie IHK für Ostfriesland und Papenburg. Sie vertritt mehr als 530.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.