Ausbildungsmarkt: Matching zwischen Betrieben und Azubis wird schwieriger
Ausbildungsumfrage 2026 der IHK Niedersachsen
Hannover, 29.07.2026
Die Ausbildungsumfrage 2026 der IHK Niedersachsen zeigt: Auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bleibt die Ausbildungsbereitschaft der niedersächsischen Unternehmen hoch. Viele Stellen können allerdings trotz insgesamt steigender Bewerberzahlen nicht besetzt werden. Dies liegt vor allem daran, dass Ausbildungsbetriebe und künftige Azubis schwieriger zusammenfinden. „Junge Menschen suchen häufig nur regional und mit zu engem Berufsfokus nach Stellen und sind auf Berufswahl und Ausbildung oftmals zu schlecht vorbereitet“, erläutert Monika Scherf, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN).
Die Ausbildungsumfrage 2026 der IHK Niedersachsen zeigt: Auch in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bleibt die Ausbildungsbereitschaft der niedersächsischen Unternehmen hoch. Viele Stellen können allerdings trotz insgesamt steigender Bewerberzahlen nicht besetzt werden. Dies liegt vor allem daran, dass Ausbildungsbetriebe und künftige Azubis schwieriger zusammenfinden. „Junge Menschen suchen häufig nur regional und mit zu engem Berufsfokus nach Stellen und sind auf Berufswahl und Ausbildung oftmals zu schlecht vorbereitet“, erläutert Monika Scherf, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN).
So konnten nur 53,4 Prozent der Betriebe im letzten Jahr alle Ausbildungsplätze besetzen, drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Von den 46,6 Prozent Ausbildungsunternehmen, denen das nicht gelang, erhielt jedes vierte gar keine Bewerbung. Dennoch bleibt die Ausbildungsbereitschaft hoch. Über 70 Prozent der befragten Betriebe planen ein gleichbleibendes oder wachsendes Ausbildungsangebot. Nur 28,7 Prozent wollen weniger Ausbildungsplätze anbieten. Der am häufigsten genannte Grund dafür ist nicht die Wirtschaftslage, sondern die Schwierigkeit, geeignete Bewerberinnen und Bewerber zu finden. Dabei geht es nicht nur um das Interesse am Beruf, sondern auch um die Fähigkeit, die Ausbildung erfolgreich zu bewältigen. Denn immer mehr Betriebe stellen Defizite in der Ausbildungsreife fest: 2026 sind es bereits alarmierende 94,4 Prozent. Dabei geht es sowohl um mathematisches Grundlagenwissen und Ausdrucksvermögen als auch um Belastbarkeit und mentale Leistungsfähigkeit. „Viele Betriebe halten deshalb Nachhilfekapazitäten und Vorbereitungskurse vor. Jeder dritte Betrieb bietet bewusst auch Jugendlichen mit Lernschwächen eine Ausbildung an“, ergänzt Sönke Feldhusen, Sprecher Berufliche Bildung der IHKN.
„Die Unternehmen suchen dringend Nachwuchs. Gleichzeitig wird es für sie anspruchsvoller, junge Menschen erfolgreich durch die Ausbildung zu führen“, so Feldhusen weiter. Schulen müssten deshalb stärker vermitteln, welche sprachlichen, mathematischen und sozialen Fähigkeiten im Berufsleben benötigt werden. „Auf diesen Grundlagen bauen Lernfähigkeit und persönliche Entwicklung auf. Wer früh erkennt, wofür das Gelernte gebraucht wird, lernt engagierter und findet leichter den passenden beruflichen Weg.“
Die IHK Niedersachsen fordert deshalb die Politik auf, Berufsorientierung und Praxisorientierung an den niedersächsischen Schulen offensiv und nachhaltig auszubauen. Darüber hinaus ist es aus Sicht der niedersächsischen IHKs wichtig, die Rahmenbedingungen für duale Ausbildung durch gut ausgestattete und moderne Berufsbildende Schulen (BBS), bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende und die Stärkung der dualen Partnerschaft zwischen Betrieben und BBSn zu unterstützen. „Das in diesem Jahr eingeführte Azubi-Ticket und das Voranschreiten der Landesregierung bei der Schüler ID sind wichtige Signale“, so IHKN-Hauptgeschäftsführerin Monika Scherf. „Ein Bildungsverlaufsregister mit einer datenbasierten Analyse von Bildungswegen, um weiteres Verbesserungspotenzial zu identifizieren, muss dabei genau so fest im Blick gehalten werden wie ein optimierter Datenaustausch zwischen Schulen und Jugend-Berufs-Agenturen, um jeder Schülerin und jedem Schüler einen sinnvollen Anschluss zu ermöglichen.“
Der IHKN Fokus Niedersachsen „IHKN-Ausbildungsumfrage 2026“ stellt die Umfrageergebnisse im Einzelnen mit zahlreichen Grafiken vor und ordnet diese mit Blick auf politische Handlungsempfehlungen ein.
Der Fokus Niedersachen erscheint in regelmäßigen Abständen zu aktuellen Themen aus Wirtschaft und Politik. Die aktuelle Ausgabe sowie die bereits erschienenen Publikationen sind unter www.fokus-niedersachsen.de zu finden.
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Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Elbe-Weser, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie IHK für Ostfriesland und Papenburg. Sie vertritt mehr als 530.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
