Krankenhausreform: Gute Ansätze – aber Finanzierung und Bürokratie bleiben ungelöst
Hannover, 08.05.2026
Die Krankenhausreform ist aus Sicht der IHK Niedersachsen (IHKN) ein überfälliger und grundsätzlich richtiger Schritt. Mit den kürzlich in Kraft getretenen gesetzlichen Regelungen wird die Grundlage für eine Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft geschaffen. Entscheidend ist jetzt, dass die Umsetzung in Niedersachsen praxistauglich erfolgt und bestehende Probleme nicht verschärft werden.
Die Krankenhausreform ist aus Sicht der IHK Niedersachsen (IHKN) ein überfälliger und grundsätzlich richtiger Schritt. Mit den kürzlich in Kraft getretenen gesetzlichen Regelungen wird die Grundlage für eine Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft geschaffen. Entscheidend ist jetzt, dass die Umsetzung in Niedersachsen praxistauglich erfolgt und bestehende Probleme nicht verschärft werden.
„Die Reform geht in die richtige Richtung, doch sie greift zu kurz, wenn zentrale Herausforderungen weiter ungelöst bleiben“, sagt Monika Scherf, Hauptgeschäftsführerin der IHK Niedersachsen (IHKN). „Viele Krankenhäuser stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Ohne eine verlässliche und kurzfristige Finanzierung droht die Reform ins Leere zu laufen. Wir fordern Bund und Land auf, die Reform jetzt gemeinsam so weiterzuentwickeln, dass sie wirtschaftlich tragfähig, bürokratiearm und versorgungssicher umgesetzt werden kann.“
Aus Sicht der niedersächsischen Wirtschaft sind nach wie vor die Sicherstellung einer flächendeckenden Versorgung, die Berücksichtigung regionaler Besonderheiten, der Abbau von Bürokratie sowie eine verlässliche Finanzierung wichtig.
Kritisch bewertet die IHKN insbesondere die weiterhin ungeklärte Finanzierung der laufenden Defizite sowie mögliche zusätzliche bürokratische Belastungen. Neue Vorgaben – etwa im Zusammenhang mit Personal- und Strukturvorgaben – dürfen nicht dazu führen, dass Versorgungsangebote eingeschränkt oder einzelne Leistungsbereiche gefährdet werden.
Nach Auffassung der IHKN muss die Reform auch vor dem Hintergrund steigender Lohnnebenkosten bewertet werden. Um einen weiteren Anstieg zu vermeiden, sind nachhaltige Kostensenkungen im Gesundheitssystem erforderlich. Das aktuelle Anpassungsgesetz greift hier zu kurz. Weitergehende Strukturreformen bleiben notwendig.
Eine ausgewogene und bedarfsgerechte Krankenhausplanung im Flächenland Niedersachsen und damit eine hochwertige medizinische Versorgung müsse mit Blick auf den Fachkräftebedarf in allen Regionen sichergestellt bleiben. „Gesundheitsversorgung ist ein zentraler Standortfaktor – für Unternehmen ebenso wie für Arbeitnehmende“, so Scherf weiter.
Positiv ist aus Sicht der IHKN, dass die Länder durch die Reform mehr Gestaltungsspielräume erhalten. Diese müssen jetzt konsequent genutzt werden, um tragfähige Strukturen zu schaffen – insbesondere durch Kooperationen, Spezialisierung und vernetzte Versorgungsstrukturen ohne starre Standortlogiken.
Erhebliche Potenziale entstehen durch eine stärkere Nutzung technologiegestützter Lösungen: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und telemedizinische Angebote können einen wichtigen Beitrag leisten, um Effizienz zu steigern und die Versorgung zu sichern. Das Innovationspotenzial von Start-ups sollte dabei stärker einbezogen werden.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Elbe-Weser, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie IHK für Ostfriesland und Papenburg. Sie vertritt mehr als 530.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
