Klimarat muss Mehrwert schaffen
Hannover, 25.02.2026
Zum neu geschaffenen Klimarat des Landes Niedersachsen erklärt Björn Schaeper, Sprecher Umwelt der IHK Niedersachsen (IHKN) und Mitglied des Klimarates:
„Die IHK Niedersachsen (IHKN) und die sieben niedersächsischen Industrie- und Handelskammern wirken bereits in mehreren niedersächsischen Institutionen mit, die sich mit Klimaschutz- und Nachhaltigkeitsfragen befassen – beispielsweise in der 8. Regierungskommission ‚Nachhaltige Umweltpolitik und Digitaler Wandel‘ sowie in der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit. Ein zusätzliches Gremium wie der nun einberufene Klimarat muss daher einen echten Mehrwert schaffen. Aus Sicht der Wirtschaft kann dieser Mehrwert darin bestehen, Klimaschutzpläne und -maßnahmen des Landes enger mit den Unternehmen abzustimmen und dabei der ökonomischen Dimension der Nachhaltigkeit wieder stärkeres Gewicht zu verleihen.
Unser jährliches IHKN-Energiewende-Barometer zeigt: Die Hälfte der Industrieunternehmen in Niedersachsen rechnet mit negativen Auswirkungen der Energiewende auf ihre Wettbewerbsfähigkeit, nur jedes sechste Unternehmen erwartet einen positiven Effekt. Übermäßige Bürokratie, fehlende Planbarkeit und Verlässlichkeit der politischen Rahmenbedingungen sowie langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren bremsen die Klimaschutzbemühungen der Betriebe. Jedes dritte Industrieunternehmen in Niedersachsen denkt über eine Produktionsverlagerung ins Ausland nach oder hat entsprechende Schritte bereits eingeleitet. Das ist ein Alarmsignal für das Industrieland Niedersachsen.
Klimaschutz darf nicht zum Standortnachteil werden. Wer Deindustrialisierung verhindern will, muss Klimaschutzstrategien so gestalten, dass sie Wettbewerbsfähigkeit sichern, statt zusätzliche Lasten zu erzeugen. Nur gemeinsam mit einer starken Wirtschaft kann die Transformation gelingen. Aus unserer Sicht ist es Aufgabe des Klimarats, hierbei aktiv mitzuwirken und die richtigen Impulse zu setzen.“
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Elbe-Weser, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie IHK für Ostfriesland und Papenburg. Sie vertritt mehr als 530.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
