Tourismuswirtschaft nicht beschädigen – keine Verkürzung der Hauptsaison

IHKN lehnt Kürzung des Ferienkorridors ab

 
Eine Einschränkung des derzeit geltenden Ferienkorridors wird von der IHK Niedersachsen (IHKN) abgelehnt. Wichtig sei für die Tourismusbranche – aber auch für die Gäste – eine maximale Ausdehnung des verabredeten Korridors. Eine Verknappung der Hauptsaison bringe dagegen eine Reihe von Problemen. Die IHKN spricht sich daher für eine Beibehaltung des Status-quo aus.
Hintergrund der IHKN-Stellungnahme ist ein Vorstoß von Hamburg und Berlin in der Kultusministerkonferenz, der auf eine Beschränkung des zwischen den Bundesländern verabredeten Korridors auf 70 Tage abzielt. Gegenwärtig gilt eine Zeitspanne von im Schnitt 85 Tagen, in der die Bundesländer (mit Ausnahme von Bayern und Baden-Württemberg) in einem rollierenden System zu unterschiedlichen Terminen Sommerferien geben.
„Ein kürzerer Ferienkorridor hat Nachteile, sowohl für die niedersächsische Tourismuswirtschaft als auch für die Gäste“, erläutert Hendrik Schmitt, Hauptgeschäftsführer der IHK Niedersachsen (IHKN). Mit dem gegenwärtig geltenden Zeitrahmen werde die Hauptsaison in der für das Land Niedersachsen so wichtigen Tourismusbranche entzerrt. Eine Verkürzung würde dagegen zu einer Überlastung für Gäste, Betriebe und Straßen führen. Schmitt: „Wir freuen uns über einen Trend zu mehr Urlaub im eigenen Land, nicht zuletzt unter Klimagesichtspunkten. Aber schon jetzt sind die Betten in der Hauptsaison in vielen Tourismusregionen Niedersachsens komplett ausgebucht. Eine Verkürzung des Ferienkorridors führt unweigerlich dazu, dass sich die Nachfrage in der verbleibenden Zeitspanne weiter erhöht und nicht gedeckte Nachfrage verloren geht.“
Das hat laut Arno Ulrichs, Federführer des Bereichs Tourismus der IHK Niedersachsen, weitere Folgen: „Die zwangsläufig höheren Preise werden dazu führen, dass wieder mehr Gäste – insbesondere aus der wichtigen Zielgruppe der jungen Familien – nach Alternativen im Ausland suchen. Somit wird viel touristischer Umsatz, der bisher in Deutschland generiert wurde, ins Ausland verlagert.“ In den Nebenzeiten außerhalb des eingeschränkten Ferienkorridors hätten die niedersächsischen Tourismusbetriebe dagegen Nachfrageverluste und sinkende Auslastungen zu verkraften. „Bei den Betrieben fehlt am Ende des Jahres ein gutes Stück Umsatz in der Kasse. Und dies gilt nicht nur für die Ferienunterkünfte, sondern auch für alle anderen Gewerbetreibenden in den Urlaubsregionen, wie Einzelhandel, Dienstleister und Verkehrsbetriebe“, ergänzt Ulrichs weiter. Am Ende könne es auch zu Arbeitsplatzverlusten kommen.
Die Absicht der Länder Hamburg und Berlin, die Planung in den Schulen hinsichtlich der Dauer der Schuljahre zu verbessern, sei nachvollziehbar. Dafür sei eine Verkürzung des Ferienkorridors aber keineswegs erforderlich. Eine Verkürzung des Ferienkorridors bringe jedoch gravierende und unnötige Nachteile für Touristen, Betriebe und Verkehrsteilnehmer.
Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Hannover, IHK Lüneburg-Wolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim, IHK für Ostfriesland und Papenburg sowie IHK Stade für den Elbe-Weser-Raum. Sie vertritt rund 460.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.
*Hannover, 13.11.2019*